Die SeeKuh

Die SeeKuh

Die SeeKuh

Die SeeKuh ist das zentrale Reinigungsschiff der „Maritimen Müllabfuhr“und kommt in küstennahen Regionen und Flussmündungen zum Einsatz. Im Jahr 2016 wurde die SeeKuh I in Lübeck fertiggestellt und feierlich getauft. Inzwischen hatte sie zahlreiche Einsätze in der Ostsee sowie 2018 in Hongkong.

Das ebenfalls auf der Katamaranform basierende Schiff hat eine Größe von 12 x 10 Metern. Zwischen den beiden Rümpfen sind speziell entwickelte absenkbare Netzkonstruktionen mit Maschen von 2,5 cm Größe aufgehängt. Diese sammeln den Plastikmüll bis zu einer Tiefe von 2 Metern. Derzeit können pro Fahrt oder Netz bis zu zwei Tonnen Müll gesammelt werden.

Die SeeKuh I ist das erste seetüchtige Forschungs-, Reinigungs- und Aufklärungsschiff weltweit, das von DNV / GL (einer Art TÜV für Schiffe) zugelassen wurde. Das Spezialschiff kann zerlegt und in vier 40-Fuß-Container verstaut werden. Damit ist die SeeKuh extrem flexibel und weltweit einsetzbar. Sie wird von zwei Motoren angetrieben, die im Prototyp noch konventionell sind.  In Zukunft sollen SeeKühe aber mit Solar- oder Windkraft angetrieben werden.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu zwei Knoten fährt der SeeKuh auf Sammelfahrt praktisch im Schritttempo. Dies ist nicht nur energieeffizient, sondern gibt größeren Meerestieren auch die Möglichkeit, vor dem Netz zu fliehen, während kleinere Organismen durch die Netzmaschen gehen.

Neben der Sammlung von Plastikmüll sind Wasseranalysen an Bord ein weiterer wichtiger Aspekt. An Deck befindet sich ein kleines Labor, in dem Wasserproben direkt mit einem Infrarotspektrometer auf Kunststoff untersucht werden können, um herauszufinden, welche Art von Kunststoff die SeeKuh sammelt.

SeeKuh II

SeeKuh II

Seit 2019 wird in Lübeck mit der SeeKuh II ein komplett neu konzipiertes Sammelschiff gebaut. Das Sammelsystem der zukünftigen SeeKuh basiert nicht mehr auf absenkbaren Netzen, sondern auf einer Förderbandtechnik. Über Einweiser am Bug des Katamarans wird der Meeresmüll auf das in der Mitte angebrachte Förderband geleitet. Das Steigband fördert das Material kontinuierlich auf ein horizontales Sortierband. Alles, was nicht ins Meer gehört, wird vom Sortierpersonal manuell aussortiert und in Transportsäcken, so genannten Big-Bags, gesammelt. Unbedenklicher organischer Abfall fällt am Ende des Förderbandes durch eine Öffnung im Deck zurück ins Wasser. Dadurch erwartet man sich bei oeoo eine höhere Effizienz und gleichzeitig ist die Aussortierung von organischem Material und ggf. von tierischem Beifang möglich.

 

Auch die Seekuh II ist modular entworfen, sodass eine Demontage und ein Transport in See-Containern an jeden Ort der Welt möglich sind. Die SeeKuh II wird 12 Meter lang sein, aber zwei Meter schmaler, als ihre Schwester. Damit lässt sie sich sogar in nur 2-3 Übersee-Containern verstauen. Der Tiefgang liegt bei nur 0,8 m, das Gewicht beträgt sechs Tonnen. Ihre Reinigungsleistung beträgt ca. 30.000 m²/h.

 

Um auch große Flächen effektiv absammeln zu können, hat oeoo eine weitere Sammeltechnik für die SeeKuh II entwickelt, eine Art Schleppverbund. Zwei motorisierte Boote, z.B. lokale Fischereifahrzeuge oder konventionelle Arbeitsboote, ziehen dabei die SeeKuh II durch das verschmutzte Operationsgebiet. Zwischen den Schleppbooten und der SeeKuh werden Schwimmbarrieren angebracht. So entsteht eine Art Trichter, durch den der Meeresmüll in Richtung des Förderbandes der SeeKuh II geleitet wird.

Durch den Tandembetrieb beidseitig der Verschmutzungsquelle kann ein Durchqueren und damit verbundenes Aufwirbeln des Meeresmülls verhindert werden. In dieser Variante benötigt die SeeKuh II keinen eigenen Antrieb.

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