oeoo in Brasilien

Seit dem Sommer 2019 gibt es auch einen brasilianischen Ableger von oeoo in Rio. Das Team um Laura führt Cleanups der umliegenden Strände und Buchten durch, startet Bildungsprojekte gegen Plastikmüll und arbeitet in Kooperation mit lokalen Fischern an der Reinigung der Guanabara Bucht und der Atlantikküste vor Rio.

oeoo in Rio de Janeiro

Seit dem Sommer 2019 gibt es auch einen brasilianischen Ableger von oeoo in Rio.

Das Team um Laura führt zahlreiche Cleanups der umliegenden Strände und Buchten durch und startet erste Bildungsprojekte gegen Plastikmüll für Kinder und Jugendliche.

In enger Kooperation mit zwei lokalen Fischergemeinschaften wird – sobald die Corona-Pandemie es wieder zulässt – die stark mit Plastikmüll verschmutzte Guanabara Bucht sowie die Atlantikküste vor Rio gereinigt. Zum Einsatz kommen dabei speziell angepasste Fischernetze.

Im Frühjahr 2020 wurde oeoo in Brasilien offiziell als eigenständige NGO anerkannt, was die Arbeit dort sehr erleichtert.

Aber bekanntlich ist auch in Brasilien Corona ein großes Thema, weswegen die erste große Reinigungs-Aktion der Guanabara-Bucht vor Rio zusammen mit den lokalen Fischereigenossenschaften zwar weiter geplant wird, die Umsetzung aber erst starten kann, sobald es Corona-bedingt wieder möglich ist.

Rio de Janeiro hat als südamerikanische Megacity mit enormen Müllproblemen zu kämpfen, Umweltschutz wir dort noch ziemlich klein geschrieben. Vor allem die Gewässer vor der Millionenmetropole Rio de Janeiro sind extrem verschmutzt – ein Großteil davon ist Plastikmüll.

Ein Hot Spot ist seit vielen Jahren die große Guanabara-Bucht, die von Abwässern der Schwerindustrie, Fäkalien, Müll und Chemie verschmutzt ist. Eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung sprach bereits 2014 von rund 18.000 Litern Abwasser pro Sekunde, die in die Bucht fließen. Wissenschaftler brasilianischer Forschungsinstitute sehen in der Verschmutzung eine Bedrohung für Mensch und Natur und schätzen das Ausmaß an Krankheiten, die bei Kontakt mit dem Wasser der GuanabaraBucht übertragen werden, als gefährlich hoch ein.

In Kooperation mit zwei lokalen Fischergemeinschaften will oeoo Brasilien die Bucht mit angepassten Fischernetzen reinigen. In einem ersten aufmerksamkeitsstarken Reinigungsprojekt sollen – nach Corona – bis zu 40 Tonnen Plastikmüll mithilfe der lokalen Fischergemeinschaften aus der Bucht geholt und von unserem Recyclingpartner TOMRA Sorting verwertet werden.

Das Gründungsteam von oeoo Brasil im Sommer 2019.
Erstes Cleanup an der Copacabana mit Günther Bonin.
Rauhes Wetter statt starhlender Sonnenschein an der Copacabana.
Cleanup mit Kindern in Rio de Janeiro.
Cleanup in Rio.
Cleanup in Rio.
Strandsäuberung am Stadtstarnd von Rio.
Ausbeute einer Strandreinigung.
oeoo säubert den Stadtstarnd von Rio, im Hintergrund der Zuckerhut.
Cleanup in Rio.
Cleanup in Rio.
 
Fischerboote der Fischereigenossenschaft von Rio, mit der wir gemeinsam die stark mit Plastikmüll und anderem Unrat verunreinigte Guanarabucht bei Rio reinigen werden.
Die Guanabara-Bucht bei Rio ist praktisch eine Müllkippe im Meer. Wissenschaftler brasilianischer Forschungsinstitute gehen davon aus, dass das Ausmaß an Krankheiten, die bei Kontakt mit dem Wasser der Guanabara-Bucht übertragen werden, als Bedrohung für Mensch und Natur gesehen werden können. Hier fanden zu Olympia 2016 übrigens Segelwettbewerbe statt!
Die Wasserqualität der Guanabara-Bucht vor Rio wird in verschiedenen Untersuchungen immer wieder als gesundheitsschädlich eingestuft.
Bootsfahrt mit dem Team von oeoo Brasil in der Guanabara-Bucht.
Zusammen mit lokalen NGOs wird oeoo Brasil ein mehrjähriges Umweltbildungsprojekt für Kinder der öffentlichen Vidigal-Schule in den Favelas (Armenvierteln) von Rio starten.
Photo by Andy Falconer on Unsplash.
 
 

Schulprojekt mit Kindern aus den Favelas in Rio

Zusammen mit der lokalen NGO Futurobom und dem Colibri-Kollektiv wird oeoo Brasil ein mehrjähriges Umweltbildungsprojekt für Kinder der öffentlichen Vidigal-Schule in den Favelas (Armenvierteln) von Rio starten. Die Schule Prefeito Djalma Maranhão liegt oberhalb der Strände von Leblon und Vidigal. Zwei Klassen mit insgesamt etwa 80 Kindern im Alter von 9-10 Jahren werden zu Plastikmüll und Umweltschutz unterrichtet. Ziel ist es, die Kinder für die Verschmutzung des Meeres durch Plastik zu sensibilisieren. Indirekt werden auch ihre Familien, die gesamte Schule und die Gemeinde Vidigal davon profitieren. Im Rahmen des Projekts wird es auch gemeinsame Cleanups mit den Kindern an den lokalen Stränden in Rio geben.
FuturoBom ermöglicht den Schülern von Vidigal seit Jahren den Zugang zu Bildung und Sport. Das Colibri-Kollektiv bietet Schulungen in den Bereichen Umweltschutz und nachhaltiger Konsum an. Das gemeinsame Projekt wird derzeit von Caroline und Laura von oeoo Brasil vorbereitet und soll im Frühsommer starten. Photo by Andy Falconer on Unsplash.

Corona-bedingt ruht das Projekt derzeit leider.

 

 

Laura Kita Kejuo

Laura (39) ist Übersetzerin für Deutsch und leitet seit Sommer 2019 unsere Dependance One Earth – One Ocean Brasil.

Sie lernte oeoo durch einen Dolmetscherauftrag in Rio kennen. Günther gründete gerade den Ableger von oeoo für Reinigungsprojekte in Brasilien. Denn in Rio landen täglich viele Tonnen Plastikmüll im Meer (besonders in der Guanabara-Bucht, an Stränden und Flüssen). Laura war überzeugt, dass eine langfristige Reinigungs- und Aufklärungsarbeit im Brasilien dringend nötig war und hat sich oeoo angeschlossen. Sie ist Gründungsmitglied von oeoo in Rio und hat mit ihrem Team mehrere Cleanups durchgeführt. Mit kleinen Schritten kann schon viel erreicht werden.

Lauras Aufgabenbereich bei oeooist die Koordination des oeoo-Büros in Rio. Gemeinsam mit ihrem Team plant sie Cleanups zusammen mit erfahrenen Fischern, veranstaltet Umweltschutzvorträge für Kinder und Erwachsene und baut Kooperationen für Forschung und Zusammenarbeit mit lokalen Firmen und Experten auf.

Caroline Verna

Caroline, 37, Französin, lebt seit 2014 in Rio und erforscht die Guanabara-Bucht.

Sie hat sich entschieden, oeoo als wissenschaftliche Direktorin beizutreten, weil sie sich in die Stadt Rio und ihre Region verliebt hat. Wenn sie die Guanabara-Bucht im Stadtgebiet sieht, sieht sie ein erstaunliches Ökosystem, herrliche Strände, und sie fände es  großartig, wenn sie wiederhergestellt würde. In der Nordzone schwimmen noch immer Kinder in ihr, obwohl sie durch Abwässer, Abfälle, Benzin und Plastikmüll (meist Hausmüll) stark verschmutzt ist. Die ansässigen Fischer fischen manchmal mehr Plastik als Fische. Der Mangrovenwald, der früher den größten Teil der Küstenlinie bewachsen hatte, wurde reduziert. Caroline glaubt, in eine saubere Bucht würden die Fische, Delfine und Wale zurückkehren, von denen es jetzt nur noch vereinzelte Exemplare gibt. Die Gesundheit der Kinder und ihrer Familien in der Nordzone ließe sich verbessern, wirtschaftliche und touristische Möglichkeiten in der Region (Fischen, Strandaktivitäten, Tauchen, Segeln …) könnten geschaffen werden. Die Bucht lebt noch und Caroline hofft, dass ihre Kinder eines Tages wieder sicher darin schwimmen werden.Da oeoo in Rio 2019 neu gestartet wurde, ist sie derzeit ein bisschen das Mädchen für alles, obwohl sie sich auf die Erforschung der Guanabara-Bucht konzentriert, vor allem über Art, Menge und Quellen der Verschmutzung durch Plastik forscht, sowie ein Netzwerk von Kontakten mit Universitäten und anderen in Rio tätigen NGOs aufbaut.

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