DIE LÖSUNG

Konzept/Technik

One Earth – One Ocean e.V. hat mit der „Maritimen Müllabfuhr“ ein umfassendes und dabei pragmatisches Konzept zur Sammlung und nachhaltigen Verwertung von Meeresmüll. Das Konzept sieht vor, Plastik mit speziellen Müllsammelschiffen in Küstenbereichen und Mündungsgebieten einzusammeln, sortenrein zu sortieren und aufzubereiten. Neben Kunststoffballen sollen auch Energie und Kraftstoff aus dem Plastikmüll gewonnen werden.

Die Maritime Müllabfuhr umfasst zwei unterschiedlich große Müllsammelschiffe für den Einsatz auf Binnengewässern oder Meeren, die in einigen Jahren teils vollautomatisch und angetrieben durch moderne Wind- und Solar-Technologien selbständig Plastikmüll aus den Gewässern sammeln. Der Plastikmüll auf See wird schließlich zum Müllverwertungsschiff SeeElefant gebracht und  dort recycelt bzw. in schwefelfreies Heizöl verwandelt.

Mit dem Konzept der „Maritimen Müllabfuhr“ will One Earth – One Ocean Menschen dazu aufrufen, das drängende Menschheitsproblem Marine Littering aktiv zu bekämpfen.

 



SeeHamster

Das erste Projekt 2012 und die kleinste Einheit der „Maritimen Müllabfuhr“ sind SeeHamster, kleine Katamarane mit etwa vier Metern Länge und zwei Metern Breite und einem herunterklappbaren Fangnetz oder Fanggeschirr, mit dem der Plastikmüll aus Binnengewässern gesammelt wird.

2019 geht bereits die fünfte verbesserte Generation der SeeHamster-Schiffe in Kambodscha in Betrieb. SeeHamster zur Reinigung von Binnengewässern sind sowohl in Deutschland als auch in Asien im Einsatz und belegen, dass das Konzept der “Maritimen Müllabfuhr” funktioniert.



SeeKuh

Die SeeKuh ist unser zentrales Reinigungsschiff und kommt in Küstenregionen und Flussmündungen zum Einsatz. Im Jahr 2016 wurde die erste SeeKuh in Lübeck fertiggestellt und hatte 2017 und 2018 Einsätze in der Ostsee sowie in Hongkong.

Das ebenfalls auf der Katamaranform basierende Schiff hat eine Größe von 12 x 10 Metern. Zwischen den beiden Rümpfen sind bisher speziell entwickelte Netze mit Maschen von 2,5 cm Größe aufgehängt. Diese sammeln den Plastikmüll bis zu einer Tiefe von 2 Metern. Derzeit können pro Fahrt oder Netz bis zu zwei Tonnen Müll gesammelt werden.

Die SeeKuh hat zwei Motoren, die im Prototyp noch konventionell sind, aber in Zukunft mit Solar- oder Windkraft betrieben werden sollen. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu zwei Knoten fährt der SeeKuh praktisch im Schritttempo. Dies ist nicht nur energieeffizient, sondern gibt größeren Meerestieren die Möglichkeit, das Netz zu umgehen, während kleine Organismen durch die Netze gehen.

 

Neben der Sammlung von Plastikmüll sind Wasseranalysen an Bord ein weiterer wichtiger Aspekt. An Deck befindet sich ein kleines Labor, in dem Wasserproben direkt mit einem Infrarotspektrometer auf Kunststoff untersucht werden können, um herauszufinden, welche Art von Kunststoff die SeeKuh sammelt. Die SeeKuh ist auch das erste seetüchtige Forschungs-, Reinigungs- und Aufklärungsschiff weltweit, das von DNV / GL (einer Art TÜV für Schiffe) zugelassen wurde. Das Spezialschiff kann zerlegt und in vier 40-Fuß-Container verstaut werden. Damit ist die SeeKuh extrem flexibel und weltweit einsetzbar.

 

Künftig sollen ganze Flotten von ferngesteuerten maritimen Katamaranen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, den Plastikmüll einsammeln und diese dann an den SeeElefanten liefern. In 2019 wird sie mit neuer Fangtechnik auf Basis von einem Förderband ausgestattet und erprobt.



SeeElefant

Der SeeElefant ist ein zu einem Energieschiff umgebautes Multi-Purpose-Schiff, das auf See stationiert sein wird. Er übernimmt den von den SeeKühen gesammelten Meeresmüll mit bordeigenen Kränen. Anschließend wird der Müll mit der in das Schiff integrierten Anlagentechnik aufbereitet, sortiert und verarbeitet. Neben sortenreinen Kunststoffballen sollen so in Zukunft auch Energie und Öl aus dem Plastikmüll gewonnen werden.

Die gesamte Anlagentechnik des SeeElefanten wurde in einem Standard-Containerraster entworfen. Durch diese modulare Bauweise ist das System skalierbar und lässt sich flexibel auf die Bedingungen am Einsatzort anpassen.



Das aus Plastikmüll gewonnene Öl wird in Tanks des Schiffs gelagert. Für den Prozess der Kunststoffverölung werden etwa 20-30 Prozent des produzierten Kraftstoffs verbraucht, der Rest kann direkt an Schiffe oder Siedlungen verkauft werden, die auf der Route liegen. Die Erlöse helfen, einen Teil des Projekts zu finanzieren. Nach Berechnungen von One Earth – One Ocean e.V. können zwei Mitarbeiter pro Tag etwa 200 Tonnen Plastikabfälle einsammeln.

 

 



Kunststoffverölung

Einfach ausgedrückt wird bei der Kunststoffverölung, wie wir sie derzeit mit unserem Technologiepartner BIOFABRIK und dessen Lösung WASTX Plastic praktizieren, das Plastik wieder in seine Bestandteile zerlegt. Zunächst wird der Plastikmüll zerkleinert, gereinigt und ungeeignete Kunststoffe wie PVC oder hochwertige und recycelbare Kunststoffe wie PET aussortiert. Das restliche Kunststoffgemisch wird dann erhitzt, eingeschmolzen und anschließend in einem zweiten Schritt zu Gas verdampft. Stoffe, wie Chlor oder Schwefel, die sich nicht zur Weiterverarbeitung eignen, werden abgetrennt. Das restliche Gasgemisch wird kondensiert, also verflüssigt sich wieder. Am Ende des Prozesses Heizöl bzw. Diesel. Der chemische Prozess liefert zudem Bitumenkohle, die an Land entsorgt wird.



Ölreinigung mit PURE

Um ausgelaufenes Öl und Chemikalien umweltfreundlich, schnell und rückstandslos aus Gewässern entfernen zu können, arbeitet OEOO mit der Firma DEUREX zusammen, die die Ölbinde-Watte PURE  entwickelt hat. PURE ist ein umweltfreundliches Öl- und Chemikalienbindemittel auf Wachsbasis, das die bis zu 8-fache Menge seines Eigengewichts an Öl oder Schadstoffen binden kann.

PURE eignet sich für sämtliche hydrophobe Flüssigkeiten, also für Öle und Chemikalien, Alkohole und Tenside. Das Bindemittel saugt dagegen kein Wasser auf und schwimmt – auch vollgesogen – immer an der Oberfläche.

 



Mit Öl vollgesogenes PURE kann mit einfachsten Mitteln ausgepresst und vielfach erneut verwendet werden. Das verursacht wesentlich weniger Müll als herkömmliche Bindemittel. Zudem sinkt es nicht ab und verschmutzt den Meeresgrund.

Übrigens wurde PURE vom Europäischen Patentamt als herausragende Erfindung mit dem Europäischen Erfinderpreis 2017 ausgezeichnet.

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