DIE LÖSUNG

Konzept/Technik

Geplant sind vier unterschiedliche Bootsgrößen bis hin zum hochseetauglichen Müllsammelschiff, die in einigen Jahren teils vollautomatisch und angetrieben durch moderne Wind- und Solar-Technologien selbständig das Plastik aus den Gewässern „grasen“ und die vollen Netze mit Peilsender und Bojen ablegen. Diese werden dann von anderen Schiffen eingesammelt und ihr Inhalt recycelt bzw. in schwefelfreies Heizöl verwandelt.

Mit ihrem Konzept der „maritimen Müllabfuhr“ will One Earth – One Ocean Menschen dazu aufrufen, das drängende Menschheitsproblem Marine Littering aktiv zu bekämpfen.

 



Seehamster

Das erste Projekt 2012 und die kleinste Einheit der „Maritimen Müllabfuhr“ ist der Seehamster, ein kleiner Katamaran mit vier Metern Länge und zwei Metern Breite, elektrischem Antrieb und einem herunterklappbaren Fangnetz, mit dem der Plastikmüll aus Binnengewässern gesammelt wird.

2015 ging bereits die dritte verbesserte Generation der Seehamster-Schiffe in Betrieb. Seehamster zur Reinigung von Binnengewässern sind bereits im Einsatz und belegen, dass das Konzept der maritimen Müllabfuhr funktioniert.



Seekuh

Im Herbst 2016 war Stapellauf der ersten Seekuh in Lübeck. Das Schiff, ebenfalls auf Basis der Katamaran-Form, hat eine Größe von 12 x 10 Metern und wird Buchten, Flussmündungen und Küstenabschnitte reinigen. Zwischen den beiden Rümpfen sind speziell entwickelte Netze mit Maschen von 2,5 cm Größe aufgehängt. Diese sammeln den Plastikmüll bis in 4 Metern Tiefe ein. Pro Fahrt bzw. Netz lassen sich derzeit etwa zwei Tonnen Müll einsammeln.

Die “Seekuh” hat zwei Motoren, die beim Prototypen noch konventionell sind, in Zukunft aber erneuerbar per Solar- oder Windstrom angetrieben werden sollen. Mit bis zu zwei Knoten fährt die Seekuh in Schrittgeschwindigkeit. Dies ist nicht nur energieeffizient, sondern gibt größeren Meerestieren die Chance, dem Netz auszuweichen, während kleine Organismen durch die Maschen gehen.

Neben dem Sammeln von Plastikmüll sind Wasseranalysen direkt an Bord ein weiterer wichtiger Aspekt. Auf Deck gibt es ein kleines Labor, in dem Wasserproben direkt mit einem Infrarot-Spektrometer auf Plastik untersucht werden, um herauszufinden, welche Art von Kunststoff die “Seekuh” sammelt. Als erstes seetaugliches Forschungs-, Reinigungs- und Aufklärungsschiff weltweit ist die SEEKUH auch als Arbeitsschiff DNV/GL-zugelassen (TÜV für Schiffe).



Zukünftig sollen ganze Flotten von per erneuerbarer Energie automatisch angetrieben und ferngesteuert Seekuh-Katamaranen Küstenlinien abfahren und Müll einsammeln. Ist ein Netz voll, wird es verschlossen und mit einer Boje und Peilsender versehen, der seine Position an eine Kontrollzentrale überträgt.

Seefarmer

Auf hoher See soll ein weiterer Katamaran namens “Seefarmer” die vollen Netze einsammeln und sie zum Energieschiff Seeelefanten bringen. Zudem ist der bemannte Seefarmer auch als Wartungsschiff für die Seekuhflotte konzipiert.

Seeelefant

Der Seeelefant ist ein zu einem Energieschiff umgebauter Tanker mit doppelwandigem Rumpf, der auf hoher See stationiert sein wird. Auf ihm wird der von den Seekühen eingesammelte Plastikmüll sortiert, zerkleinert, durch Erhitzung verflüssigt und so zu schwefelfreiem Heizöl umgewandelt.




Dieses wird in den Tanks des Schiffs gelagert. Für den Prozess der Kunststoffverölung werden etwa 20-30 Prozent des produzierten Kraftstoffs verbraucht, der Rest kann direkt an Schiffe oder Siedlungen verkauft werden, die auf der Route liegen. Die Erlöse helfen, einen Teil des Projekts zu finanzieren. Nach Berechnungen von One Earth – One Ocean e.V. können zwei Mitarbeiter pro Tag etwa 200 Tonnen Plastikabfälle einsammeln.

Kunststoffverölung

Einfach ausgedrückt wird bei der Kunststoffverölung das Plastik wieder in seine Bestandteile zerlegt. Zunächst wird der Plastikmüll zerkleinert, gereinigt und ungeeignete Kunststoffe wie PVC oder hochwertige und recycelbare Kunststoffe wie PET aussortiert. Das restliche Kunststoffgemisch wird dann erhitzt, eingeschmolzen und anschließend in einem zweiten Schritt zu Gas verdampft. Stoffe, wie Chlor oder Schwefel, die sich nicht zur Weiterverarbeitung eignen, werden abgetrennt. Das restliche Gasgemisch wird kondensiert, also verflüssigt sich wieder. Am Ende des Prozesses Heizöl bzw. Diesel. Der chemische Prozess liefert zudem Bitumenkohle, die an Land entsorgt wird.



Ölreinigung mit PURE

Um ausgelaufenes Öl und Chemikalien umweltfreundlich, schnell und rückstandslos aus Gewässern entfernen zu können, arbeitet OEOO mit der Firma DEUREX zusammen, die die Ölbinde-Watte PURE (LINK: http://www.deurex.com/de/?id=42) entwickelt hat. PURE ist ein umweltfreundliches Öl- und Chemikalienbindemittel auf Wachsbasis, das die bis zu 8-fache Menge seines Eigengewichts an Öl oder Schadstoffen binden kann.

PURE eignet sich für sämtliche hydrophobe Flüssigkeiten, also für Öle und Chemikalien, Alkohole und Tenside. Das Bindemittel saugt dagegen kein Wasser auf und schwimmt – auch vollgesogen – immer an der Oberfläche.

 



Mit Öl vollgesogenes PURE kann mit einfachsten Mitteln ausgepresst und vielfach erneut verwendet werden. Das verursacht wesentlich weniger Müll als herkömmliche Bindemittel. Zudem sinkt es nicht ab und verschmutzt den Meeresgrund.

Übrigens wurde PURE kürzlich vom Europäischen Patentamt als herausragende Erfindung mit dem Europäischen Erfinderpreis 2017 ausgezeichnet.

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